Aktion Waldhauptstadt im Juni 2023

Exkursion Zukunftswald

Ralph König vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bayreuth-Münchberg und die Teilnehmer wurden von Bürgermeister Reiner Feulner zur Exkursion im Rahmen der Waldhauptstadt begrüßt. Der Zukunftswald, 2019 angelegt, ist ein privates Feld mit verschiedenen Mischungen, denen die letzten trockenen Jahre nicht gut taten.

König erwähnte im Vorfeld, dass der Frankenwald ein neues Kleid bekommen wird. Das gab es aber schon im 16. Jahrhundert. Die bei uns beliebte Fichte kam aus Mittelrussland, war begehrt wie die Tanne. Man konnte u.a. auch gut damit flößen. Mittlerweile müssen andere Baumarten angepflanzt werden, die weniger Wasser brauchen.

König zeigte und erklärte die bekannten und eher unbekannten Pflanzen im Zukunftswald, u.a. mit Bergahorn, Sommer- und Winterlinde. Die Birke ist eine wichtige Baumart zur Wiederbewaldung und das zweitwichtigste Furnierholz. Auch die Kirche ist begehrt für Möbelproduktion.

Der Zukunftswald ist eine Wanderung wert, denn alle Pflanzen sind mit Infotafeln ausgestattet. Start ist am Infostand in der Schützenstraße Schwarzenbach a.Wald.

Aktion Waldhauptstadt im Mai 2023

Infos über Schwarzenbachs uralte Bäume

Zum Thema Waldhauptstadt passte der Vortrag über Uralte Bäume im Stadtgebiet Schwarzenbach a.Wald. Referent Dieter Pfefferkorn zeigte bei einer Bildpräsentation die über 200 Jahre alte Stieleiche in Gottsmannsgrün. Das unter ihr stehende Gartenhäuschen erinnert an den Turnverein. Dort waren Geräte wie Barren, Reck oder Pferd untergebracht.

Die über 280 Jahre alte Winterlinde in der Rauschenhammermühle deutet auf den Blitzeinschlag hin, der sie in Mitleidenschaft gezogen hat. Wurde sie gepflanzt, als die Familie Hans Ströhla 1661 den Rauschenhammer erwarb? Jedenfalls hat sie neben anderem die fränkische Freiheitsbewegung hautnah miterlebt. Andreas Ströhla hat dafür gekämpft, das Franken preußisch bleibt, nein ein Bayer wollte er nicht werden, für diese Gesinnung wurde er 1812 „gefänglich niedergesetzt“, ein geeintes Franken von den Kurbayern verhindert mit der Aufteilung Ober/Mittel/Unterfranken.

Die Traubeneiche in Gemeinreuth, eine Wintereiche mit 278 m Stammumfang, wurde sie um 1800 schon gepflanzt? Neben sich 2 kleine Wäscheteiche, eine Kegelbahn, 2 Brunnenstuben. Die Vorsitzenden des Pfeifenclubs Max Pförtsch und Johann Schuberth haben sich für den Erhalt stark eingebracht.

Einmalig im Stadtbereich auch die Sommerlinde in der 1529 erstmals erwähnten Überkehr. 270 Jahre soll dieses Prachtstück alt sein. 5 Anwesen beherbergten über 30 Menschen - eine Mühle, ein Gasthaus. Die über 900 Jahre alte Eibe im Breitengrund, unter Naturschutz stehend hat sie ihr versteckter Standort vor der Fällung bewahrt. Jeder Franke muss diesen Baum gesehen haben, etwas ganz besonderes!

Der Referent zeigte noch weitere Bäume wie die Allee an der Schlager Straße und die Roteiche in der Schützenstraße. welche Manfred Nisle als Heimatvertriebener vor ca. 70 Jahren pflanzte. Mit vielen Aufnahmen zeigte er auch die noch bestehende Allee Schlager Straße mit Ahorn, Buche, Eberesche, Kastanie, Linde, Saalweide, Vogelkirsche und anderen Baumarten. Erhaltenswert weil selten geworden. Bilder gab es auch über den Baum des Frankenwaldes, dem „Großvater“, auf dem Schnaider Bergrücken stehend. Er war fast 42 m hoch, hatte einen Umfang von 5,90 m und wurde rund 410 Jahre.

Aktion Waldhauptstadt im April 2023

Neues Fotomotiv für die Waldhauptstadt

Schwarzenbach a.Wald – Das ist mal ein Hingucker: Der farbige Schriftzug mit menschengroßen Buchstaben empfängt Wanderer am Beginn des Skulpturenweges. „I am Schwarzenbach Wald“ leuchtet in orange und grün und in 3D-Optik. Aufgestellt wurde das WaldSign einen Tag vor der offiziellen Übergabe, also just in time, wie Bürgermeister Reiner Feulner betonte. Er begrüßte die u.a. Beteiligten mit Landrat Dr. Oliver Bär und seinem Team, die ausführende Baufirma Löhnert & Schuster sowie Markus Franz vom Frankenwald-Tourismus, Jonas Hellpoldt von der Forstverwaltung, die weiteren Bürgermeister Matthias Wenzel, Gabriele Tausch und Bauhofleiter Reinhard Porst.

Es gab die gemeinsame Idee mit einem Fotopunkt. Vorschläge und Gestaltungen wurden erarbeitet, ein lokales Unternehmen für die Herstellung gefunden. Feulner findet auch den Standort ideal.

Das so genannten „Wald Sign“ dient als Fotomotiv für alle Gäste, Einheimische, Wanderer und Biker, die von hier eine Erinnerung an den Frankenwald mitnehmen können. „Auch im Wechsel der Jahreszeiten werden sich hier wunderbare Motive ergeben.“

Außerdem liegt das WaldSign auf dem Weg zum Zukunftswald oder dem Flow Trail und ist auch vom Trekkingplatz am Döbraberg zu sehen. „Ein weiteres, diesmal großes Mosaikstück, für unsere amtierende Waldhauptstadt“ betont das Stadtoberhaupt und dankte der Kreisentwicklung für die Unterstützung in jeder Form.

„Wenn wir in der Region schon eine Waldhauptstadt haben, dann wollen wir auch damit werben“ erwähnte Landrat Dr. Oliver Bär. Das ist ein Thema, das bestehen bleibt und man wird sich später fragen, wer oder was stand für die Waldhauptstadt.  Wir haben unsere Ideen dazu beigetragen und das WaldSign ist auch für die Menschen zum Anfassen und vor allem nachhaltig. Wir können unseren Stolz und das Heimatbewusstsein nach außen tragen, auch in Richtung Tourismus.

Auf dem Bild die Gäste am Schriftzug mit dem Döbraberg im Hintergrund. Heimatliche Klänge gab es dazu von Rudi Keyßler am Schifferklavier.

 

Infos zum WaldSign

Jeder Buchstabe besteht aus fünf Holzplatten (3D-Optik); das Fundament wurde vom städtischen Bauhof geschaffen; der Schriftzug, der von der Konzeptentwicklung designt wurde und den die Firma Löhnert & Schuster aus Konradsreuth/Ahornberg baute, ist 10 Meter lang und die höchste Stelle ist 2 Meter hoch;

Standort ist am Skulpturenweg, unmittelbar hinter dem Wohnmobilstellplatz (Schützenstraße 30). Vom Parkplatz sind es 3 Minuten Fußweg;

Der Schriftzug „I am (Schwarzenbach) Wald“ weist auf die Bedeutung des Waldes für die Stadt und die Region hin. Es lässt den Besuchern aber auch Spielraum für verschiedene Interpretationen, ob sie sich etwa mit dem Wald oder der Stadt identifizieren oder den abfotografierten Text auf Englisch oder im Dialekt interpretieren: „I am Wald!“

Aktion Waldhauptstadt im April 2022

Pflanzaktion in Rekordzeit

Schwarzenbach a.Wald - 600 Bäumchen in zwei Stunden – das soll mal einer nachmachen. Vor allem Mitglieder der Wasserwacht und weitere Bürger sorgten dafür, dass mit Buchen, Eichen und europäischen Lärchen in ein Stück abgeholzten Wald wieder Leben einkehrt.

Die Pflanzaktion war das Ergebnis vom 24 Stunden Schwimmen im städtischen Hallenbad, das die Wasserwacht im letzten Dezember organisiert hatte. Das war auch ein Puzzleteil zur Waldhauptstadt, deshalb versprach Bürgermeister Reiner Feulner für jeden geschwommenen Kilometer einen Baum zu pflanzen. 534 Bäume kamen zusammen und die Stadt rundete auf 600 auf.

Es war der 1. April, es regnete leicht und es war das ideale Pflanzwetter fand Förster Jonas Hellpoldt, der diese Aktion begleitete. An der Firma Deuta trafen sich fast 40 Teilnehmer. Einige waren auch beim 24 Stunden Schwimmen dabei gewesen, wie der fünfjährige Finn, der 14 Bäume erschwamm oder Sven Eckardt aus Niederbayern vom Siegerteam Warmduscher.

Dort wurden sie von Bürgermeister Reiner Feulner und Georg Strößner, dem Vorsitzenden der Wasserwacht, begrüßt. Nach einer kleinen gemeinsamen Wanderung, angekommen an der Pflanzstelle, zeigte der Förster Hellpoldt mit den städtischen Bauhofmitarbeitern Markus Kummer und Stefan Hänel, wie das Pflanzloch mit dem Spaten ausgehoben und das Bäumchen gepflanzt wird. Die gesetzten Stäbe waren – auch farblich gekennzeichnet – für die einzelnen Pflanzen vorgesehen. Der Boden war gut, kaum steinig und durch den tagelangen Regen gut gewässert. Teilnehmer ab 5 Jahren waren dabei und ganz begeistert, wenn der Papa für die Vertiefung im Boden sorgte und sie selbst mit ihren kleinen Händchen die Eiche setzen konnten. Nach getaner Arbeit wurde noch die Verpflegungsstelle der Wasseracht genutzt und beim nächsten Spaziergang will man nachsehen, ob die Setzlinge gut angewachsen sind.

Aktion Waldhauptstadt März 2023

Menschen der Nächte - Ein Köhler in der Thiemitz

Die Meilerstatt im Thiemitztal wurde vor mehr als 100 Jahre von Mitgliedern der Familie Johann Reuther bewirtschaftet. Wer waren und woher kamen sie? Diese Frage hat Otto Knopf erklärt, es waren Menschen der Nächte, des Leides und der bitteren Not. Er nennt die Hausweber, die im Schein flackender Petroleumlampe kunstvoll die Fäden fügten, die Holzmacher und Flößer in ihren gefährlichen Handwerk, die Schanzenbinder wenn sie angstvoll in dunklen Nächten nach notwendigen Wurzeln gruben und die Köhler, die sich Tag und Nacht um den rauchenden Meiler aufhielten.

Nur noch teils uralte Bilder lassen erahnen, wie diese Arbeiten dem Menschen zusetzte, ihnen alles abverlangte. Für alle steht der Köhler stellvertretend im Vordergrund, erwähnte Referent Pfefferkorn. Die Familie Johann Reuther war vor mehr als 100 Jahren wohnhaft in der Schnaid gemeldet. Ihre Meiler mussten sie dort aufbauen, wo es brauchbare Holzarten im Bereich der Thiemitz gab. Ihr Leben war einsam und bedingt durch ihre Arbeit herumziehend. Meilerstätten sind  in Grubenberg beginnend bis fast zur Bamberger Brücke beschrieben. Sohn Andreas heiratete 1909 Sophie Schmidt aus Grubenberg, war von Beruf Kohlenbrenner. Das Ehepaar zog nach Grubenberg zu den Schwiegereltern. Dort kam der Sohn Nikol –sein Rufname war Hans - zur Welt, die Familie wechselte den Wohnsitz nach Räumlas. Nikol Reuther, Beruf Kohlenbrenner heiratete 1931 Berta Fehn und im gleichem Jahr wurde der Sohn Emil geboren, der schon als junger Mann dem Vater beim Meilerbau unterstützte und ab 1971 die Holzkohlenherstellung allein übernahm.

Alles Wissen um die Holzkohlegewinnung wurde in der Familie von Mund zu Mund weiter gegeben. Ein Ausbildungsberuf war das Köhlerhandwerk nie, Emil Reuther war bis zu seinem Tod im Jahr 2004 der „letzte“ Köhler im Thiemitztal, ja eigentlich im Frankenwald, der neben seiner Landwirtschaft jährlich bis zu zehn Meiler aufbaute und vermarktete. Auch als Zitherspieler und Komponist machte Emil von sich reden, er spielte jährlich manchmal an 30 Hochzeiten, nahm 2 Schallplatten auf mit selbstkomponierten Liedern, wobei „Die kleine Köhlerhütte“ in besonderer Erinnerung bleibt. Zwei unterschiedliche Postkartenmotive ließ er drucken und verfasste über die Holzkohlengewinnung ein 16-seitiges Informationsheft in 3 maliger Ausführung.

Der Bayerische Rundfunk in Bild und Ton war beim ihm ebenso Gast wie Fachbuchautoren, Professoren, Studenten und Mitarbeiter von Tageszeitungen und unzählige Interessierte. Vom Urgroßvater bis zu ihm, sie alle waren Kohlenbrenner und verkauften die Holzkohle an Brauereien, Papier- und Lederfabriken, Kurbäder, Schmiede und auch wie heute an Haushalte, Festwirte und Bratwurststände. Die Herstellung von Holzkohle hat die globale Industriealisierung erst möglich gemacht. Der Referent empfahl den vielen Teilnehmern als Fastenessen die Köhlersuppe. Dieses spartanische Essen besteht aus: Schwarzbrot in dünnen Scheiben geschnitten, in einen Topf geben, darüber genügend Salz und wenn zufällig zu Hause findend eine Messerspitze Rinderschmalz, dann mit kochendem Wasser übergießen, leicht aufkochen und fertig ist das Mittagsessen. Die Literatur umschreibt den Geschmack als kräftig säuerlich.

Zwischen der Bildfolge und den Erläuterungen trug Pfefferkorn Sagen vor wie: Der Köhler und der Teufel, der Kindesraub in Schwarzenstein, die alte Hanna von der Hohentanne, der Thiemitzer Kohlenbrenner im Höllental, der Köhler und das Wilde Heer, Prinzessin Ilse und der Köhler. Er schloss seinen Vortrag mit dem Hinweis auf eine Chronik von Schübelhammer, das dort im Jahre 1192 Johann Siegfried Schübel geboren wurde. Ein Hammerwerk hat immer Holzkohle benötig, sie wurde in unmittelbarer Entfernung gebrannt, also runde 800 Jahre Nachweis für Holzkohlenherstellung hier bei uns im Frankenwald. Er dankte beim Abschluss der Veranstaltung allen namentlich, die für den Erhalt und die Fortführung der Köhlerei sich Jahr für Jahr einsetzen.

Aktion Waldhauptstadt im Dezember 2022

534 Bäume beim 24 Stunden Schwimmen

Schwarzenbach a.Wald - Zum ersten Mal gab es im Hallenbad ein 24 Stunden Schwimmen. Es war ein Erfolg, vor allem für den Wald. Denn für jeden geschwommenen Kilometer soll ein Baum von der Stadt gepflanzt werden. Und es war auch ein Erfolg für die Wasserwacht, die mit einem großen Helferteam ein tolles Event auf die Beine stellten. „Und es war auch ein Erfolg bzw. Gewinn für jeden Teilnehmer“ erwähnte Schirmherr Bürgermeister Reiner Feulner, der mit einem Kilometer auch seinen Teil dazu beitrug. Zu einem wurde die sportliche Fitness ausgetestet und für die amtierende Waldhauptstadt eine nachhaltige Leistung erbracht. Die Pflanzaktion mit den erschwommenen 534 Bäumen soll im nächsten Jahr stattfinden. Feulner erwähnte, dass das Thema Wald und Holz mit der Hackschnitzelheizung im Hallenbad eng verbunden sei.

Ein Vertreter des Waldes war dabei. Die ehemalige Vorsitzende Karin Höger ließ es sich nicht nehmen des Öfteren in den 24 Stunden in ein Baumkostüm zu schlüpfen, um die Gäste zu begrüßen. Georg Strößner, Vorsitzender der Wasserwacht erhielt für sein Team pro Helfer ein Waldhauptstadtshirt vom Bürgermeister. Er hat 24 Stunden durchgemacht, ist dazwischen selbst geschwommen. Das Event war für uns Neuland, Aufregung herrschte im Vorfeld, ob alles klappt. Doch wir können mehr als nur Strichlisten. Meine Jungs hatten die Elektronik im Griff“ freute sich Strößner. Mit Transpondern am Handgelenk wurden die Meter an den Startblöcken ausgelöst, alle paar Minuten das Ergebnis der geschwommenen Kilometer, der erschwommenen Bäume und der sich im Wasser aufhaltenden Personen wurde am Bildschirm im Foyer des Hallenbades ausgestrahlt.

Es gab so viel zu tun und zu bedenken.

Bürgermeister Feulner, der Preise und Pokale für die Besten ausgab und Sportreferent Christoph Künzel zollten bei der Siegerehrung Respekt allen Leistungen: Eric Seller schwamm 50 Kilometer. Das brachte ihm auch den Nachpokal, der zwischen 1 und 5 Uhr gewertet wurde und die Gruppenwertung mit seinen zwei Kollegen.

Die drei besten Gruppen erhielten Geldpreise, die beste Familie Hallenbadgutscheine und einen Ster ofenfertiges Brennholz. Die drei besten männlichen und weiblichen Teilnehmer, der Nachtpokalgewinner sowie die jüngsten und ältesten Schwimmer erhielten Sachpreise.

 

Einzelteilnehmer männlich und weiblich

Platz 1: Eric Seller und Laura Schmidt

Platz 2: Stefan Knörnschild und Mirjam Ahrens

Platz 3: Luca Schmidt und Susanne Graf

Gruppe

Platz 1: Team Warmduscher

Platz 2: Wasserwacht Schwarzenbach a.Wald

Platz 3: DLRG Bad Steben-Lichtenberg

Familie: Platz 1: Die Schmidtis aus Hof

Nachpokal: Eric Seller

Jüngster Teilnehmer: Finn Degelmann (5 Jahre)

Ältester Teilnehmer: Dietrich Breitinger (87 Jahre)

 

Profis am Start

Sven Eckardt kam aus Niederbayern angereist. Er ist Langstreckenschwimmer, mobilitätseingeschränkt und war im Kader Baden-Württembergs. Er startete mit Erik Sell aus Rudolstadt sowie Ulf Karnikowski im Team Warmduscher. Über 400 Mitglieder, alle Ausdauerschwimmer, aus ganz Deutschland gehören dazu.

Jüngster Schwimmer

Finn Degelmann ist erst fünf Jahre und wollte unbedingt mitschwimmen. Einen Tag vorher probierte er im Hallenbad, was die Kondition hergibt. Alles im grünen Bereich. Am Samstag kam er zweimal vorbei und schaffte insgesamt 1400 Meter. Das bedeuten 14 Bäume, denn die jüngsten mussten für einen Baum 100 Meter, die älteren einen Kilometer schwimmen.

Dabei aus Zufall

Sven Rank und Christine Wilhelm wohnen in Düsseldorf und waren für drei Tage zu Besuch bei seiner Mutter in Trogen. Zufällig hörten sie am Freitagabend bei Radio Euroherz vom Event. Beide leidenschaftliche Schwimmer entschieden spontan: da machen wir mit, hatten aber keine Badesachen dabei. Mit Mühe und Not sind sie in den Hofer Geschäften fündig geworden: Badehose, Badeanzug, Badeschlappen und Schwimmbrillen, die Bademütze wurde geborgt.

Aktion Waldhauptstadt im Dezember 2022

PEFC trifft sich in Schwarzenbach a.Wald

Vor 9 Monaten wurde die Stadt Schwarzenbach a.Wald zur Waldhauptstadt 2022 ernannt. Kurz darauf wurde der Titel auch noch für das Jahr 2023 übertragen. Nun kam der Deutsche Forstzertifizierungsrat zu einer Sitzung für zwei Tage nach Schwarzenbach a.Wald. Die Teilnehmer kamen aus den deutschen Bundesländern zusammen mit dem Vorsitzenden Peter Gaffert, der bis vor kurzem noch Oberbürgermeister der Stadt Wernigerode im Harz war. Dabei auch Stellvertretender Vorsitzender Prof. Dr. Andreas Bitter (zugleich Präsident der Deutschen Waldbesitzer), der vor einem dreiviertel Jahr den Staffelstab der Waldhauptstadt übergeben hatte sowie Geschäftsführer Dirk Teegelbekkers von PEFC (Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen).

Im Philipp-Wolfrum-Haus fand die Tagung der Interessenvertreter von Waldeigentümern, Forstunternehmen, Holz- und Papierindustrie, Forstministerien und Landesforstbetrieben statt, bei der auch Bürgermeister Reiner Feulner teilnahm. Er stellte den Gästen die Stadt vor, ging auf holz- und waldbezogene Projekte ein, wie z.B. die Hackschnitzelheizung im Hallenbad, den FrankenWALDtag (Professor Bitter wird 2023 Schirmherr sein) oder die Holzbauweise des neuen Kindergartens. Feulner erwähnte auch die Infrastruktur sowie die zahlreichen Aktionen der vergangenen Monate im Zeichen der Waldhauptstadt.

Neben Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit wurde über das wichtige neue Förderprogramm des Bundes „Klimaangepasstes Waldmanagement“ beraten und wie es Waldbesitzer umsetzen müssen.

PEFC trifft sich in Schwarzenbach a.Wald, von links: Geschäftsführer Dirk Teegelbekkers, stellv. Vorsitzender Prof. Dr. Andreas Bitter, Bürgermeister Reiner Feulner und Vorsitzender Peter Gaffert.

Aktion Waldhauptstadt im November 2022

Der Wald - Werdegang von Kyrill bis heute

2007 hatte der Wald durch den Sturm Kyrill bei uns im Landkreis sehr gelitten. Bäume fielen reihenweise um, es entstanden Kahlflächen. Was ist aus ihnen bis heute geworden? Forstdirektor Thomas Krämer zeigte in einer Bildpräsentation den Werdegang der letzten 15 Jahre. Dabei zeigte er fünf Beispiele auf, mit welchem Aufwand eine Fläche bepflanzt wurde und das Ergebnis. „Dabei kommt es darauf an, welche Ziele der Waldbesitzer hat“ erwähnte Krämer vor interessierten Gästen im Philipp-Wolfrum-Haus.

Gibt es einen neuen, schönen Wald nur mit hohem Aufwand? Wo kommen die Bäume aus der Naturverjüngung her oder welches Anbaurisiko hat die Fichte? Auch der Verbiss spielt eine wichtige Rolle. Um die richtigen Bäume zu pflanzen, die auch den Temperaturanstieg der nächsten Jahrzehnte aushalten, ist eine Beratung durch die Forstverwaltung von Vorteil, da es auch eine Förderung geben kann. Krämer sprach auch die Jagd an und gab Auskunft zu den zahleichen Fragen.

Zweiter Bürgermeister Matthias Wenzel dankte für den informativen Vortrag und übergab als Dankeschön ein T-Shirt der Waldhauptstadt.

Aktion Waldhauptstadt 2022 im September

Weitere Besichtigung der Holzwerke Ströhla

Das Interesse an den Holzwerken Ströhla ist groß. Wieder wollten zahlreiche Besucher etwas über den Betrieb und die Produktion erfahren.

Die Geschäftsführer Hannes und Heinrich Ströhla erklärten alles in einem 90minütigen Rundgang.

Aktion Waldhauptstadt 2022 im September

Säge- und Hobelwerk Meister

Bei der Besichtigung der Dorschenmühle war der Andrang der interessierten Bürger groß. Von Terrassendielen bis zum Konstruktionsholz – das Familienunternehmen in der fünften Generation setzt auf Qualität.

Heiko Meister und sein Vater Edmund zeigten ihren Traditionsbetrieb und erwähnten die Geschichte.

Bereits 1493 werden zwei Mahl- und zwei Schneidmühlen erwähnt, die Hans von Reitzenstein zum Schwarzenstein gehörten. Eine davon dürfte die heutige Dorschenmühle gewesen sein. Im Jahr 1896 ersteigerte Wilh. Solger für 24.005,00 Mark die Dorschenmühle, 1905 wurde ein eisernes Vollgatter eingebaut, das bis 1924 nur mit Wasserkraft betrieben wurde. Ab 1924 übernahm Johann Meister (der Schwiegersohn von Wilh. Solger) den Betrieb und baute für den Antrieb des Gatters eine Dampfmaschine ein, die 4 Jahre später durch einen Dieselmotor ersetzt wurde, der bis 1984 im Betrieb war.

1967 wurde der Betrieb an seinen Sohn Karl weitergegeben und 1982 übernahm wiederum sein Sohn Edmund in vierter Generation das Sägewerk. Heute hat Holzbearbeitungsmechaniker Heiko Meister fünf Mitarbeiter. Früher wurde viel Fichtenholz verarbeitet, jetzte wird Lärche bevorzugt, u.a. für Terrassen und Balkone.

Zum täglichen Brot gehören langfristige Aufträge für den Holzhandel sowie auch individuelle Anfertigungen für Zimmereien und Privatkunden. U.a. konnten die Teilnehmer das Sägen mit modernen technischen Geräten oder in herkömmlicher Weise mit der Gattersäge erleben.

Aktion Waldhauptstadt 2022 im September

Besuch von höchster Stelle

Waldhauptstadt und die gute Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten nahm Reinhardt Neft zum Anlass Bürgermeister Reiner Feulner einen Besuch abzustatten. Neft ist nicht nur Vorstand der Bayerischen Staatsforsten sondern auch der Präsident von EUSTAFOR. Das ist der Zusammenschluss der europäischen Staatsforstbetriebe.

Zusammen mit Forstbetriebsleiter Fritz Maier und zweitem Bürgermeister Matthias Wenzel ging es vom Rathaus zur Bergwachthütte. Der dortige Ausblick zieht immer wieder Wanderer und Einheimische an. Beim Besichtigen des Trekkingplatzes stellte sich heraus, dass Reinhardt Neft durch seinen Sohn der Ideengeber für solche Plätze im Staatswald war.

Bürgermeister Feulner gab einen Ein- und Überblick über die vielen Projekte und Veranstaltungen, in Schwarzenbach a.Wald zu den Themen Wald, Forst und Holz. Die extreme Trockenheit in diesem Jahr setzt dem Wald leider sehr zu. Am schlimmsten ist die Situation mit dem extremen Borkenkäferbefall der Fichten, der kaum mehr beherrschbar ist. Einziger Vorteil ist, dass die befallenen Giebel aus dem städtischen Wald eine sinnvolle Nutzung in der Hackschnitzelheizung  finden. Hallenbad, Schule, Feuerwehrgerätehaus sowie 40 Wohnungen können somit nachhaltig und ohne lange Transportwege mit Wärme versorgt werden.

Neft war beeindruckt, was die amtierende Waldhauptstadt alles umgesetzt und noch geplant hat. Zum Thema Wald erwähnte Neft, dass immer mehr Länder – ob Deutschland, Finnland oder Tschechien - in die PEFC Zertifizierung einbezogen sind. Dazu gehören auch Naturschutz, Klimawandel, Mischwälder oder der Umgang mit den Mitarbeitern. Für die Zukunft stellt sich ihm die Frage: Was können wir für unseren Wald tun und was können wir nicht beeinflussen? In Bayern seien 90 Prozent der Waldfläche zertifiziert.

Auch das Thema Windkrafträder wurde angesprochen. Dabei erwähnte Matthias Wenzel, dass diese zwar nötig sind, aber die Landschaft im Frankenwald nicht schöner machen, vor allem, wenn die Höhenzüge betroffen sind.

Aktion Waldhauptstadt 2022 im August

Neue Fahne am Rathaus

Sie wurde von Bürgermeister Reiner Feulner gehisst.

Schwarzenbach a.Wald ist Deutschlands amtierende Waldhauptstadt nicht nur für das Jahr 2022, sondern auch für 2023.

Der Grund dafür sind u.a. die Aktionen und Veranstaltungen, die mit Wald und Holz zu tun haben.

Großereignis war in diesem Jahr die Oberfränkische Waldarbeitsmeisterschaft.

Im Jahr 2023 wird es wieder einen FrankenWALDtag geben.

Aktion Waldhauptstadt 2022 im August

Wandern mit Weitblicken

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zur amtierenden Waldhauptstadt Schwarzenbach a Wald führte der Referent für Wandern beim Hauptverein des Frankenwaldvereins Rainer Vogler eine Wanderung auf dem Frankenwaldsteigla Schwarzenbacher Weitblicke durch.

Trotz der sommerlichen Temperaturen genossen die Teilnehmer dieser anspruchsvollen Tour rund um den Döbraberg.

Besonders die Wanderer aus der Ukraine waren vom Frankenwald und Schwarzenbach a Wald restlos begeistert und werden zukünftig öfters in unserer schönen Gegend wandern.

Aktion Waldhauptstadt 2022 im Juli

Willkommen am Döbraberg

Trekkingteilnehmer aus Kulmbach und Steinwiesen haben Teile des oberen Frankenwaldes näher erkundet. Mit Rangerin Ines Gareis und Rainer Vogler (Hauptwanderwart des Frankenwaldvereins) hieß es letztes Wochenende: Übernachten unter freiem Himmel an der Rehwiese in Geroldsgrün und dann führte die Wanderung weiter nach Schwarzenbach a.Wald, der amtierenden Waldhauptstadt Deutschlands.

An der Bergwachthütte unterhalb des Trekkingplatzes Döbraberg wurde die Gruppe von Bürgermeister Reiner Feulner, seinen Mitarbeitern Werner Peetz und Christine Rittweg sowie dem Bergwacht-Bereitschaftsleiter Herbert Friedrich begrüßt. Bei Snacks und einem Glas Sekt konnte der tolle Ausblick genossen werden. Informationen über die Waldhauptstadt gab es von Bürgermeister Feulner und Bereitschaftsleiter Friedrich gab einen Einblick in die Arbeit der Bergwacht mit Einsatzgebieten und Rettungsaktionen. Danach ging es weiter zum Prinz-Luitpold-Turm.

Aktion Waldhauptstadt 2022 im Juni

Besichtigung Holzwerke Ströhla

Wie sieht der Betrieb heute aus bzw. wie wurde der Betrieb der Holzwerke Ströhla nach dem Brand wieder aufgebaut? Das wollten die interessierten Teilnehmer wissen und die Geschäftsführer Hannes und Heinrich Ströhla gaben Auskunft.

Die Holzwerke Heinrich Ströhla GmbH & Co. KG haben seit 1661 den Standort in der Rauschenhammermühle. Produziert wird Konstruktionsvollholz, Balkenschichtholz, Brettschichtholz und Hobelware im 2-Schicht-System. Die Firma hat 27 Mitarbeiter und der Verkaufsradius beläuft sich auf ca. 300km.

Anhand einer Präsentation erklärte Hannes Ströhla wie u.a. die heimische Fichte verarbeitet wird. Der Einsatzbereich von Konstruktionsvollholz, z.B. für Einfamilienhäuser oder Hallenbau wurde in einem Video dargestellt. Danach gab es in zwei Gruppen und Sicherheitswesten einen informativen Rundgang durch die Produktion.

Aktion Waldhauptstadt 2022 im Juni

Wanderausstellung:

"Denkmal im Wald - Kultur in der Natur"

Bürgermeister Reiner Feulner hat im Foyer des Rathauses die Ausstellung „Denkmal im Wald – Kultur in der Natur“ eröffnet. Dazu konnte er Forstoberrätin Brigitta Köhler-Maier, Forstdirektor Fritz Maier, die Förster Jonas Hellpoldt, Felicitas Hraball und Markus Weihrich sowie Dieter Frank und Randolf Hartmann vom Frankenwaldverein, zweiten Bürgermeister Matthias Wenzel und Mitarbeiter Werner Peetz begrüßen.

Feulner erwähnte, dass die Ausstellung wunderbar zum Thema Waldhauptstadt passe. Der Wald lebt, das sieht man z.B. am Rodachrangen in Schwarzenstein, der nach Kyrill komplett darnieder lag und jetzt wieder bewaldet ist, obwohl nur gut 10 Prozent von den 90 Hektar bewusst angepflanzt wurden.

Vor Jahren wurde damit begonnen die Bodendenkmäler zu erfassen und zu katalogisieren, erwähnte Köhler-Maier. Zu finden ist die Liste auch im Bayern-Atlas. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viele Denkmäler es auf den verschiedensten Epochen gibt. Dazu gehören auch Hügel als Gräber, Felsen als Opferstätten, alte Grenzsteine oder Meilerplätze wie im Thiemitztal. Unsere Wälder mit ihren kulturellen Schätzen sind eine der bedeutendsten Quellen unsere Geschichte und zu diesem Thema gibt es auch Fortbildungen. Nur was man kennt, schätzt man und nur was man schätzt, schützt man.

Jonas Hellpoldt erklärte am Modell Wald die moderne Forstwirtschaft mit Verjüngung des Waldes oder die Rückelgassen, die nur dort verlaufen, wo keine Bodendenkmäler sind. Natürlich werden Maschinen für die Bewirtschaftung des Waldes gebraucht, bei Bedarf könnten auch Pferde für die Rückearbeiten eingesetzt werden.

Gut zu wissen:

Die Wanderausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Zentrums Wald-Forst-Holz Weihenstephan, des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege und des Vereins für Nachhaltigkeit. Unterstützt wird das Projekt von der Bayerischen Forstverwaltung. Rund 55.000 bekannte Bodendenkmäler gibt es in Bayern, von denen mehrere tausend unter dem dichten Bewuchs gut geschützt im Wald liegen.

Auf 13 Schautafeln werden die Bodendenkmäler im Wald, wie Grabhügel, der Limes, mittelalterliche Burgen sowie Relikte neuzeitlicher Industrie beschrieben und erklärt. Deutlich wird auf die Gefährdung der Bodendenkmäler hingewiesen und die Möglichkeiten zum Schutz erläutert.

Die Ausstellung ist ein Beitrag zur „Waldhauptstadt Schwarzenbach a.Wald“ und wird bis 1. Juli im Rathaus zu den Öffnungszeiten angeboten. Am 2. und 3. Juli ist die Ausstellung auf dem Gelände der Oberfränkischen Waldarbeitsmeisterschaften am Festplatz Schützenstraße zu sehen.

Bilder

Aktion Waldhauptstadt 2022 im Mai

Neue Brotkreation: Baamkrustn

Bäckermeister Tobias Friedrich aus Straßdorf findet es – genau wie Bürgermeister Reiner Feulner toll, dass ihre Heimatstadt die amtierende Waldhauptstadt Deutschlands ist. „Da werde ich auch meinen Teil dazu beitragen und habe deswegen eine neue Brotsorte kreiert“ erwähnt Friedrich und stellte in der Bäckerei die „Baamkrustn“ vor. Das Brot mit 750 Gramm ist fast viereckig und die Oberseite erinnert an eine Baumrinde, der Teig wird zwei tage vor dem Backen angesetzt. Also ein passender Name für das Brot aus der Waldhauptstadt und zudem noch aus 100 Prozent Dinkelmehl gebacken.

Das Bild zeigt in der Backstube Tobias Friedrich mit seinem Vater Harald und Bürgermeister Reiner Feulner.

Aktion Waldhauptstadt 2022 im Mai

Waldumbau - Antwort auf den Klimawandel?

Bürgermeister Reiner Feulner konnte zum Thema Waldumbau Ralph König vom Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten begrüßen. Die zahlreich interessierten Teilnehmer stellten nach dem Vortrag auch Fragen, die ihren Wald betreffen.

Um aufzuzeigen, wie der Wald in Zukunft aussehen werde, gab König einen Blick in die Vergangenheit zurück bis zur Eiszeit. Die verschiedenen Baumarten, die es bei uns gibt, wurden durch Vögel hierher gebracht, denn Eiche und Buche stammen aus Südosten. Auch die Fichte ist aus Mittelrussland „eingewandert“.

Da sich die Bodenoberfläche und Wasserbeschaffenheit im Lauf tausender Jahre verändert hat, sind Tiefwurzler wie Tanne und Eiche im Vorteil, da sie sich das Wasser aus der Tiefe holen können.. Fichte, Kiefer und Lärche sind ideal für trockenes und kaltes Klima wie in Skandinavien.

Eine stabile Waldstruktur besteht aus Mischung von Baumen. Bei der Anpflanzung sollte man auf die Tiefe der Wasserschicht achten und ob die Baumarten klimatisch für das Grundstück geeignet sind. Wo eine Hasel wächst, kann auch eine Eiche wachsen. „Grundsätzlich sollten 2-3 Baumarten auf 1000m² gepflanzt werden, auf einen Hektar können es sieben verschiedene Baumarten sein. Die Bäume bzw. Jungpflanzen sollten aber immer in Gruppen und räumlich getrennt stehen.

Aktion Waldhauptstadt 2022 im April

Wald ist immer ein Erlebnis für Kinder

Mit den Frankenwald-Rangern on Tour über Stock und Stein – so konnte man die gelungene Waldexkursion nennen, die die Ranger Jan und Ines beim Entfachen des Kohlenmeilers anboten,

29 Jungen und Mädchen waren als Naturpark-Entdecker bereit, sich auf ein Walderlebnis einzulassen. Dabei erfuhren sie erst einmal, was ein Ranger so alles macht. Mit Westen und einer Becherlupe ausgestattet, machte sich die Gruppe auf den Weg, um Tiere oder Pflanzen zu entdecken. Gleichgewicht halten hieß es beim Klettern auf Baumstämmen.

Aktion Waldhauptstadt 2022 im April

Der Meiler raucht wieder in der Thiemitz

Schwarzenbach a.Wald - Der Kohlenmeiler im Thiemitztal ist entfacht. Etwa 250 Gäste konnte Dieter Frank, Vorsitzender des Frankenwaldvereins, begrüßen. Dieser gab einen geschichtlichen Abriss. Der letzte Köhler Emil Reuther führte das Handwerk in vierter Generation aus. Um die Köhlerei nicht aussterben zu lassen, nahm der Frankenwaldverein das ehrenamtlich  in die Hand. Dieter Frank verwies dabei auf die Pioniere Peter Mannigl, Paul Haueis, Kurt Liebald. Hinzu kamen im Laufe der Zeit zahlreiche Helfer vom den umliegenden Frankenwaldvereinen. Björn Stumpf vom Frankenwaldverein Schnaid hat ein Helferteam aufgebaut, das nicht nur den Köhler bewacht sondern auch die Gäste beim Entfachen bewirtet. „In all den Jahren wurde mit Hilfe von Zuschüssen einiges investiert, vom Vorplatz über Lagerräume sowie Wasser, Strom oder Toilettenanlagen“ erwähnte Frank. Nur die Blockhütte sei die alte geblieben.

Bürgermeister Reiner Feulner, der dieses Mal den Meiler mit einer Fackel entfachen durfte, hat das Projekt seitens der Stadt gerne unterstützt. Aber ohne das vorhandene ehrenamtliche Engagement wäre die Tradition ausgestorben. Meiler mit der Kohlstatt auf Stadtgebiet passe natürlich auch zum nationalen Titel Waldhauptstadt, den Schwarzenbach a.Wald dieses Jahr verliehen bekam.

Köhler Björn Stumpf freute sich, dass die Arbeit am Kohlenmeiler gewürdigt wird. Die sogenannte Staffelkohle nahm er von Josef Gilch, der den Europäischen Köhlerverband vertrat, entgegen. Das schwarze Gold kommt aus Ebermannsdorf (Oberpfalz), die Thiemitzer Kohle wird dann ebenfalls zum Anzünden an eine andere Meilerstatt in ganz Europa weitergegeben. Weiße Rauchschwaden stiegen kurz darauf in den Himmel und etwa eine Woche lang wird im Dreischichtsystem auf den Meiler, der selbst bestimmt, wann er fertig ist  aufgepasst. Dann kann die Buchenholzkohle ausgebreitet und getrocknet werden.

Für die musikalische Umrahmung sorgten die Adelberg Buam und die Sorger Buam. Auch das Bayerische Fernsehen war dabei.

Aktion Waldhauptstadt 2022 im April

Nachhaltig einkaufen

Aus Holz kann man vieles fertigen – auch Papiertragetaschen zum Einkaufen.

Die Förderung nachhaltiger Waldwirtschaft ist auch für die Stadt Schwarzenbach a.Wald ein Thema. Nicht umsonst wurde der Titel PEFC Waldhauptstadt 2022 an die höchstgelegene Stadt im Frankenwald vergeben. Die ersten Papiertragetaschen wurden durch Rathausmitarbeiterin Christine Rittweg auf dem letzten Mini-Markt an die Händler ausgegeben. Damit wird die Kundschaft in anderen Städten auf Schwarzenbach a.Wald aufmerksam gemacht.

Aktion Waldhauptstadt 2022 im April

Gewürze, Tee und Bonbon aus der Region

Im April 2021 war Matthias Eck der erste Händler am Marktplatz und hatte Gewürze, Bonbons und Tee dabei. „Zum kleinen Jubiläum und weil wir ja Waldhauptstadt 2022 sind, will auch ich meinen Beitrag zu der Auszeichnung leisten“ erwähnt der Markthändler, der seit Jahrzehnten über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt ist. Und deshalb bekommen die Kunden einen 11-Kräutertee, Honigbonbons und Pilzgewürz aus der Waldhauptstadt. Bürgermeister Reiner Feulner freute sich, dass ein einheimischer Geschäftsmann die Initiative ergreift, für Deutschlands Waldhauptstadt zu werben.

Aktion Waldhauptstadt 2022 im März

Kita-Kinder suchen Borkenkäfer

Zwei Gruppen der Kita Arche Noah aus Schwarzenbach a.Wald wollten einmal erkunden, wo sich die Borkenkäfer verstecken. Zusammen mit ihren Betreuerinnen fuhren Noah, Tim, Hermine und noch mehr als 30 Kinder mit dem Bus in das Thiemitztal oberhalb der Lorchenmühle. Dort wurden sie vom Forstunternehmer Ralf Kremer mit seinem Rückezug erwartet. Ein paar Meter hinein in den Wald und schon war man am Holzlagerplatz. Weil die Kinder schon das Thema Bäume im Kindergarten behandelt hatten, erklärte Kremer, dass man an den Ringen im Baumstamm das Alter des Baumes erkennen kann.

Der Forstwirt zeigte den Jungen und Mädchen verschiedene Rindenstücke mit den Fräsgängen, in denen der Borkenkäfer auch zu sehen war. Die weiße Larve und der braune Käfer stammen noch vom Vorjahr. Bei uns gibt es vor allem die Käfersorten Buchdrucker, der am Stamm zu finden ist und der Kupferstecher, der sich in den Baumkronen aufhält. Das erste Anzeichen für Borkenkäfer sieht man am Bohrmehl, dass fast wie Kaffeepulver aussieht. Dann verfärbt sich der Baum erst gelb, dann rot und dann wird er dürr.

Gespannt hörten die Kinder zu und suchten in den Rinden eifrig nach Borkenkäfern. Und als dann noch die große Harvester sich aus dem Wald heraus auftürmte, gab es bei den Kids große Augen.

Das Thema passte gut zum Tag des Waldes und Wassers. Kremer sieht den Wald auch als Multitalent mit Arbeitsplatz, Wasserspeicher und Erholung.