Aktion Waldhauptstadt 2022 im Juni

Wanderausstellung:

"Denkmal im Wald - Kultur in der Natur"

Bürgermeister Reiner Feulner hat im Foyer des Rathauses die Ausstellung „Denkmal im Wald – Kultur in der Natur“ eröffnet. Dazu konnte er Forstoberrätin Brigitta Köhler-Maier, Forstdirektor Fritz Maier, die Förster Jonas Hellpoldt, Felicitas Hraball und Markus Weihrich sowie Dieter Frank und Randolf Hartmann vom Frankenwaldverein, zweiten Bürgermeister Matthias Wenzel und Mitarbeiter Werner Peetz begrüßen.

Feulner erwähnte, dass die Ausstellung wunderbar zum Thema Waldhauptstadt passe. Der Wald lebt, das sieht man z.B. am Rodachrangen in Schwarzenstein, der nach Kyrill komplett darnieder lag und jetzt wieder bewaldet ist, obwohl nur gut 10 Prozent von den 90 Hektar bewusst angepflanzt wurden.

Vor Jahren wurde damit begonnen die Bodendenkmäler zu erfassen und zu katalogisieren, erwähnte Köhler-Maier. Zu finden ist die Liste auch im Bayern-Atlas. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viele Denkmäler es auf den verschiedensten Epochen gibt. Dazu gehören auch Hügel als Gräber, Felsen als Opferstätten, alte Grenzsteine oder Meilerplätze wie im Thiemitztal. Unsere Wälder mit ihren kulturellen Schätzen sind eine der bedeutendsten Quellen unsere Geschichte und zu diesem Thema gibt es auch Fortbildungen. Nur was man kennt, schätzt man und nur was man schätzt, schützt man.

Jonas Hellpoldt erklärte am Modell Wald die moderne Forstwirtschaft mit Verjüngung des Waldes oder die Rückelgassen, die nur dort verlaufen, wo keine Bodendenkmäler sind. Natürlich werden Maschinen für die Bewirtschaftung des Waldes gebraucht, bei Bedarf könnten auch Pferde für die Rückearbeiten eingesetzt werden.

Gut zu wissen:

Die Wanderausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Zentrums Wald-Forst-Holz Weihenstephan, des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege und des Vereins für Nachhaltigkeit. Unterstützt wird das Projekt von der Bayerischen Forstverwaltung. Rund 55.000 bekannte Bodendenkmäler gibt es in Bayern, von denen mehrere tausend unter dem dichten Bewuchs gut geschützt im Wald liegen.

Auf 13 Schautafeln werden die Bodendenkmäler im Wald, wie Grabhügel, der Limes, mittelalterliche Burgen sowie Relikte neuzeitlicher Industrie beschrieben und erklärt. Deutlich wird auf die Gefährdung der Bodendenkmäler hingewiesen und die Möglichkeiten zum Schutz erläutert.

Die Ausstellung ist ein Beitrag zur „Waldhauptstadt Schwarzenbach a.Wald“ und wird bis 1. Juli im Rathaus zu den Öffnungszeiten angeboten. Am 2. und 3. Juli ist die Ausstellung auf dem Gelände der Oberfränkischen Waldarbeitsmeisterschaften am Festplatz Schützenstraße zu sehen.

Bilder

Aktion Waldhauptstadt 2022 im Mai

Neue Brotkreation: Baamkrustn

Bäckermeister Tobias Friedrich aus Straßdorf findet es – genau wie Bürgermeister Reiner Feulner toll, dass ihre Heimatstadt die amtierende Waldhauptstadt Deutschlands ist. „Da werde ich auch meinen Teil dazu beitragen und habe deswegen eine neue Brotsorte kreiert“ erwähnt Friedrich und stellte in der Bäckerei die „Baamkrustn“ vor. Das Brot mit 750 Gramm ist fast viereckig und die Oberseite erinnert an eine Baumrinde, der Teig wird zwei tage vor dem Backen angesetzt. Also ein passender Name für das Brot aus der Waldhauptstadt und zudem noch aus 100 Prozent Dinkelmehl gebacken.

Das Bild zeigt in der Backstube Tobias Friedrich mit seinem Vater Harald und Bürgermeister Reiner Feulner.

Aktion Waldhauptstadt 2022 im Mai

Waldumbau - Antwort auf den Klimawandel?

Bürgermeister Reiner Feulner konnte zum Thema Waldumbau Ralph König vom Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten begrüßen. Die zahlreich interessierten Teilnehmer stellten nach dem Vortrag auch Fragen, die ihren Wald betreffen.

Um aufzuzeigen, wie der Wald in Zukunft aussehen werde, gab König einen Blick in die Vergangenheit zurück bis zur Eiszeit. Die verschiedenen Baumarten, die es bei uns gibt, wurden durch Vögel hierher gebracht, denn Eiche und Buche stammen aus Südosten. Auch die Fichte ist aus Mittelrussland „eingewandert“.

Da sich die Bodenoberfläche und Wasserbeschaffenheit im Lauf tausender Jahre verändert hat, sind Tiefwurzler wie Tanne und Eiche im Vorteil, da sie sich das Wasser aus der Tiefe holen können.. Fichte, Kiefer und Lärche sind ideal für trockenes und kaltes Klima wie in Skandinavien.

Eine stabile Waldstruktur besteht aus Mischung von Baumen. Bei der Anpflanzung sollte man auf die Tiefe der Wasserschicht achten und ob die Baumarten klimatisch für das Grundstück geeignet sind. Wo eine Hasel wächst, kann auch eine Eiche wachsen. „Grundsätzlich sollten 2-3 Baumarten auf 1000m² gepflanzt werden, auf einen Hektar können es sieben verschiedene Baumarten sein. Die Bäume bzw. Jungpflanzen sollten aber immer in Gruppen und räumlich getrennt stehen.

Aktion Waldhauptstadt 2022 im April

Wald ist immer ein Erlebnis für Kinder

Mit den Frankenwald-Rangern on Tour über Stock und Stein – so konnte man die gelungene Waldexkursion nennen, die die Ranger Jan und Ines beim Entfachen des Kohlenmeilers anboten,

29 Jungen und Mädchen waren als Naturpark-Entdecker bereit, sich auf ein Walderlebnis einzulassen. Dabei erfuhren sie erst einmal, was ein Ranger so alles macht. Mit Westen und einer Becherlupe ausgestattet, machte sich die Gruppe auf den Weg, um Tiere oder Pflanzen zu entdecken. Gleichgewicht halten hieß es beim Klettern auf Baumstämmen.

Aktion Waldhauptstadt 2022 im April

Der Meiler raucht wieder in der Thiemitz

Schwarzenbach a.Wald - Der Kohlenmeiler im Thiemitztal ist entfacht. Etwa 250 Gäste konnte Dieter Frank, Vorsitzender des Frankenwaldvereins, begrüßen. Dieser gab einen geschichtlichen Abriss. Der letzte Köhler Emil Reuther führte das Handwerk in vierter Generation aus. Um die Köhlerei nicht aussterben zu lassen, nahm der Frankenwaldverein das ehrenamtlich  in die Hand. Dieter Frank verwies dabei auf die Pioniere Peter Mannigl, Paul Haueis, Kurt Liebald. Hinzu kamen im Laufe der Zeit zahlreiche Helfer vom den umliegenden Frankenwaldvereinen. Björn Stumpf vom Frankenwaldverein Schnaid hat ein Helferteam aufgebaut, das nicht nur den Köhler bewacht sondern auch die Gäste beim Entfachen bewirtet. „In all den Jahren wurde mit Hilfe von Zuschüssen einiges investiert, vom Vorplatz über Lagerräume sowie Wasser, Strom oder Toilettenanlagen“ erwähnte Frank. Nur die Blockhütte sei die alte geblieben.

Bürgermeister Reiner Feulner, der dieses Mal den Meiler mit einer Fackel entfachen durfte, hat das Projekt seitens der Stadt gerne unterstützt. Aber ohne das vorhandene ehrenamtliche Engagement wäre die Tradition ausgestorben. Meiler mit der Kohlstatt auf Stadtgebiet passe natürlich auch zum nationalen Titel Waldhauptstadt, den Schwarzenbach a.Wald dieses Jahr verliehen bekam.

Köhler Björn Stumpf freute sich, dass die Arbeit am Kohlenmeiler gewürdigt wird. Die sogenannte Staffelkohle nahm er von Josef Gilch, der den Europäischen Köhlerverband vertrat, entgegen. Das schwarze Gold kommt aus Ebermannsdorf (Oberpfalz), die Thiemitzer Kohle wird dann ebenfalls zum Anzünden an eine andere Meilerstatt in ganz Europa weitergegeben. Weiße Rauchschwaden stiegen kurz darauf in den Himmel und etwa eine Woche lang wird im Dreischichtsystem auf den Meiler, der selbst bestimmt, wann er fertig ist  aufgepasst. Dann kann die Buchenholzkohle ausgebreitet und getrocknet werden.

Für die musikalische Umrahmung sorgten die Adelberg Buam und die Sorger Buam. Auch das Bayerische Fernsehen war dabei.

Aktion Waldhauptstadt 2022 im April

Nachhaltig einkaufen

Aus Holz kann man vieles fertigen – auch Papiertragetaschen zum Einkaufen.

Die Förderung nachhaltiger Waldwirtschaft ist auch für die Stadt Schwarzenbach a.Wald ein Thema. Nicht umsonst wurde der Titel PEFC Waldhauptstadt 2022 an die höchstgelegene Stadt im Frankenwald vergeben. Die ersten Papiertragetaschen wurden durch Rathausmitarbeiterin Christine Rittweg auf dem letzten Mini-Markt an die Händler ausgegeben. Damit wird die Kundschaft in anderen Städten auf Schwarzenbach a.Wald aufmerksam gemacht.

Aktion Waldhauptstadt 2022 im April

Gewürze, Tee und Bonbon aus der Region

Im April 2021 war Matthias Eck der erste Händler am Marktplatz und hatte Gewürze, Bonbons und Tee dabei. „Zum kleinen Jubiläum und weil wir ja Waldhauptstadt 2022 sind, will auch ich meinen Beitrag zu der Auszeichnung leisten“ erwähnt der Markthändler, der seit Jahrzehnten über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt ist. Und deshalb bekommen die Kunden einen 11-Kräutertee, Honigbonbons und Pilzgewürz aus der Waldhauptstadt. Bürgermeister Reiner Feulner freute sich, dass ein einheimischer Geschäftsmann die Initiative ergreift, für Deutschlands Waldhauptstadt zu werben.

Aktion Waldhauptstadt 2022 im März

Kita-Kinder suchen Borkenkäfer

Zwei Gruppen der Kita Arche Noah aus Schwarzenbach a.Wald wollten einmal erkunden, wo sich die Borkenkäfer verstecken. Zusammen mit ihren Betreuerinnen fuhren Noah, Tim, Hermine und noch mehr als 30 Kinder mit dem Bus in das Thiemitztal oberhalb der Lorchenmühle. Dort wurden sie vom Forstunternehmer Ralf Kremer mit seinem Rückezug erwartet. Ein paar Meter hinein in den Wald und schon war man am Holzlagerplatz. Weil die Kinder schon das Thema Bäume im Kindergarten behandelt hatten, erklärte Kremer, dass man an den Ringen im Baumstamm das Alter des Baumes erkennen kann.

Der Forstwirt zeigte den Jungen und Mädchen verschiedene Rindenstücke mit den Fräsgängen, in denen der Borkenkäfer auch zu sehen war. Die weiße Larve und der braune Käfer stammen noch vom Vorjahr. Bei uns gibt es vor allem die Käfersorten Buchdrucker, der am Stamm zu finden ist und der Kupferstecher, der sich in den Baumkronen aufhält. Das erste Anzeichen für Borkenkäfer sieht man am Bohrmehl, dass fast wie Kaffeepulver aussieht. Dann verfärbt sich der Baum erst gelb, dann rot und dann wird er dürr.

Gespannt hörten die Kinder zu und suchten in den Rinden eifrig nach Borkenkäfern. Und als dann noch die große Harvester sich aus dem Wald heraus auftürmte, gab es bei den Kids große Augen.

Das Thema passte gut zum Tag des Waldes und Wassers. Kremer sieht den Wald auch als Multitalent mit Arbeitsplatz, Wasserspeicher und Erholung.